By Wilhelm Schmidtbonn

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Es waren gute und starke Menschen, offenbar machte der Wald die Menschen gut und stark. Albert hörte einigen die Beichte ab, sie hatten nur Sünden von Kindern, die Beichte war schnell getan. Einer dieser Waldmenschen, uralt, wirkte schon erdentrückt, vom Vorlicht der letzten Verklärung trotz wilden Haares und Bartes angerührt. Der Anblick dieses einen wollte Albert beinahe locken, auch im Walde zu bleiben. So war jeder Tag von Morgen zur Nacht satt von Erlebnis, die Nacht wurde im Freien oder in der Hütte solcher Leute verbracht und schon in aller Frühe drängte das Verlangen nach Kommendem Albert zum Aufbruch – so wenig gehörte er noch zu diesen Frommen, so sehr noch auf den Kampfplatz der Welt.

Ein Jahr war um, Albert hätte sich wohl fühlen können in dieser Stadt, wo alle ihm zugetan waren. Aber die Unruhe in seinem Blut, die er nicht mit Namen nennen konnte, nahm mit jeder Woche zu. Manch unwillkürliches Wort verriet den Zustand seiner Seele, die Schüler sahen ihn auf den gemeinsamen Wegen die Augen oft nach Westen richten. Dann wußten sie, daß er an den Rhein dachte. Sie wurden mit ihm traurig, wünschten ihm baldige Heimkehr, so ungern sie ihn verloren. Schon sprach er davon, daß er hier keine Aufgabe mehr sähe: «Ihr habt alles gelernt, was von mir zu lernen ist, ebenso habe ich von euch gelernt, ohne daß ihr darum wißt.

Franz von Assisi hat zuerst dieses Mitgefühl mit der geringsten Kreatur an sich erfahren: alles lebt, alles ist von Gott geschaffen, alles will sich der Sonne und des Daseins freuen, alles atmet mit Gottes freudigem Atem, darum liebt auch ihr die Welt, Überwindung, Sieg der Freudigkeit ist der Sinn der Schöpfung, freilich einer reinen Freudigkeit, die nicht hängt an Genuß. Wie viele Zeugnisse, Beweise, Beispiele, Vorbilder für diesen Aufstieg des Menschenlebens sind vorzubringen! Vor allem: hat nicht Gott selbst seinen Sohn Jesus auf die Erde hinabgesandt, Mensch zu sein unter Menschen, zu wandern heimatlos, arm unter Armen, jung, voll Lust, umjubelt, und doch zu bitterstem Leid bestimmt, verlassen, verraten von allen, wehrlos, angespien, ans Kreuz geschlagen und da bittet er noch für seine Feinde.

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